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Nov 14, 2019

Botschafterbesuch am UBZ: Wir sind Exzellente Deutsche Auslandsschule!


Am 13.11.2019 besuchte der deutsche Botschafter in Ungarn, Herr Wenzel, das UBZ, um der Schule das Gütesiegel „Exzellente Deutsche Auslandsschule“ feierlich zu überreichen. Das Gütesiegel hat sich die Schule vor einem Jahr in einem Inspektionsprozess verdient, den deutsche Auslandsschulen alle sechs Jahre durchlaufen müssen.
Seinen ersten Besuch in Baja und am UBZ begann Herr Wenzel in Begleitung von Frau Christensen, der deutschen Schulleiterin, und Frau Szauter, der Institutsleiterin, mit einer Schulführung, die von Schülerinnen und Schülern der 12. Klassen durchgeführt wurde. Hierbei konnte sich der Botschafter beispielsweise bei dem Besuch der Chemieräume davon überzeugen, dass der Unterricht in den Naturwissenschaften praxisnah von Schülerversuchen - dem "Selbermachen" - geprägt ist.

Während er in eine Geschichtsstunde der 5. Klassen zum Thema Mesopotamien hineinschnupperte, konnte Herr Wenzel den Schülern erklären, dass er auf einer früheren Etappe seiner Botschafterlaufbahn schon dort (in Syrien) als Botschafter tätig war.

Bei der Besichtigung der Baustelle für die neue Sporthalle kam auch zum Ausdruck, dass der Sportunterricht und die Bewegung am UBZ nicht zu kurz kommen sollen.

Als er die liebevoll gestaltete St.Martinsdekoration in der Grundschule lobte, hob der Botschafter ganz in historisch-kultureller Diplomatenrolle hervor, dass der Heilige Martin ein Ungar war und dass so die Martinsfeierlichkeiten auch eine Würdigung Ungarns sind.

Insgesamt zeigte sich Herr Wenzel durch die halbstündige Führung, die nur einen Teil des UBZ zeigen konnte, von der Größe und Vielfalt der Schule tief beeindruckt.

Der Rundgang wäre nicht komplett gewesen, ohne die „Ulmer Schachtel“ zu besichtigen, die im Frühjahr dieses Jahres auf unserem Schulgelände „vor Anker gegangen ist“. Einer der Hauptinititatoren dieses Projekts, Alfred Manz, brachte Herrn Wenzel leidenschaftlich die Bedeutung der „Ulmer Schachtel“ als Identifikationssymbol für die Ungarndeutschen in Geschichte und Gegenwart nahe. Damit aber noch nicht genug, denn auch der im Entstehen begriffene Lehrpfad, der die Schachtel in den größeren Kontext der bewegten Geschichte der Ungarndeutschen einbettet, wurde Herrn Wenzel erläutert.

Den Schachtelbesuch rundete der Botschafter mit der Eintragung in das "Logbuch" der Schachtel ab.

Anschließend gab es einen Festakt in der Aula, zu dem die deutsche Schulleiterin, Frau Christensen, neben dem Botschafter die Kulturreferentin der deutschen Botschaft in Ungarn, Frau Dorrmann, die Repräsentantin des Stiftungsrats des UBZ, Frau Csubákné Besesek, die Vorsitzende des Elternbeirats, Frau Emmert, viele Lehrkräfte des UBZ und alle Schülerinnen und Schüler der 11. Klassen begrüßte.

Sie hob die Anstrengungen hervor, die in allen Abteilungen des Bildungszentrums, vom Kindergarten über die Grundschule bis zum Gymnasium, vom Nationalitätengymnasium, dem Fachgymnasium, der Kulturabteilung, dem Internat hin zur Erwachsenenbildungsabteilung unternommen werden, um Bildungs- und Kulturarbeit erfolgreich zu gestalten.

Der nächste Programmpunkt war eine „Talkshowrunde“ mit dem Botschafter und sieben Elftklässlern, die ihre Eindrücke aus Berlin präsentierten und anschließend Fragen zu vielfältigen Themen an den Botschafter richteten. Dabei kam es zu einem regen Austausch zu historischen Themen zum Beispiel dem Mauerbau, den Herr Wenzel hautnah miterlebte, da er am Vortag des Mauerbaus, am 12. August 1961, noch mit seinen Eltern nach Ost-Berlin auf einen Verwandtenbesuch gefahren war.

Es ging auch um die Stasivergangenheit, die unsere SchülerInnen im Stasigefängnis Hohenschönhausen bedrückend erleben konnten und zu der Herr Wenzel beitrug, dass er als Botschaftsmitarbeiter ständig unter Beobachtung der Stasi stand. Auch zur Kunst der Diplomatie äußerte sich der Botschafter, als er kritisch gefragt wurde, wie er denn mit Fragen umginge, die zum Ziel der Konfliktvermeidung nicht immer mit der ganzen Wahrheit beantwortet werden könnten. Mit der Antwort, dass eine geschickte Auslassung das Mittel der Wahl, die Lüge aber absolut inakzeptabel sei, gaben sich die Schülerinnen und Schüler augenzwinkernd zufrieden.

Auch Themen der gegenwärtigen Kultur wie die Theaterlandschaft in Deutschland und Ungarn und die Wichtigkeit kulturellen Engagements fanden Erwähnung. Dieser lebendige und allseits wortgewandte Austausch der Schülerinnen und Schüler, die mit unserem Gast in einer Fremdsprache debattierten, wurde vom Publikum mit großem Applaus belohnt.

Musikalisch leitete dann die Internatsband thematisch passend und in gewohnt leidenschaftlicher und gekonnter Manier mit Pink Floyd’s „Another Brick in the Wall“ zur Rede des Botschafters über.


Anknüpfend an die wichtige Rolle, die Ungarn mit seiner mutigen Entscheidung zur Öffnung der Grenzen in den Westen für den Mauerfall und somit auch den Einigungsprozess Europas spielte, rief Herr Wenzel die Wichtigkeit der deutsch-ungarischen Kooperation und Partnerschaft ins Gedächtnis. Das UBZ als Institution, die in dieser Beziehung eine Brücke und ein Leuchtturm für den fruchtbaren Dialog zwischen Ungarn, Ungarndeutschen und Deutschen ist, würdigte er für seine vielfältige und umfängliche Arbeit und gratulierte herzlich zu dem wohlverdienten Titel „Exzellente Deutsche Auslandsschule“.


Seinen Besuch rundete der Botschafter mit einem gemeinsamen Mittagessen mit Vertretern aller UBZ-Abteilungen ab.
Wir danken herzlich für den Besuch und die Anerkennung für engagierte und leidenschaftliche Bildungsarbeit am UBZ!


Daniel Rades





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