Aktuelles

Mai 20, 2016

Würdiges Gedenken und ein tolles Treffen


Mit diesen Worten kann man das UBZ-Doppel-Jubiläum am Pfingstwochenende am treffendsten beschreiben. 

Vor 60 Jahren ist in Baja das deutschsprachige Gymnasium gestartet und vor 10 Jahren das Ungarndeutsche Bildungszentrum als Deutsche Schule anerkannt worden. Aus diesem Anlass fand in der Institution am 14. Mai 2016 ein Alumni-Treffen mit fast 1000 Teilnehmern statt. 

Die ehemaligen Schüler und die Gäste wurden mit ungarndeutscher Blasmusik - gespielt von den Neun Branauern - erwartet. 

Bei der feierlichen Eröffnung der Veranstaltung betonte die Hauptdirektorin Gabriella Scherer, dass beim Treffen die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft gleichzeitig anwesend seien. Die Vergangenheit würden die ehemaligen Schüler, die Gegenwart der Ort, die Ausstellungen und die Festschrift und die Zukunft die mehr als 1000 Kinder in der Institution symbolisieren. Viele Schüler kehrten als Pädagogen zurück, und es gäbe viele solche Familien, wo schon die dritte Generation diese Schule besucht. Werte bewahren und Werte schaffen, sei das Ziel im Ungarndeutschen Bildungszentrum. Georg Fischer, der Deutsche Direktor, hob die Besonderheiten des UBZ als Deutsche Schule hervor, und drückte seine Freude darüber aus, dass auch viele frühere deutsche Gastlehrer zur Feier gekommen sind. Als Alumni-Schüler bedankte sich Attila Csontos, Vorsitzender der Trägerstiftung, bei den Organisatoren des Treffens. 

Im Namen der Stadtleitung begrüßte Frau Andrea Csubák-Besesek - auch in deutscher Sprache - die Anwesenden.

Mit großem Respekt sprach Otto Heinek über die Eltern, die es damals gewagt haben, nach der Vertreibung, ihre Kinder in das Deutschgymnasium einschreiben zu lassen. Das UBZ sei eine der wichtigsten Institutionen der Bildung und Identitätsbewahrung der Ungarndeutschen ? sagte der Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen.

Frau Dr. Elisabeth Knab, ehemalige Schülerin und Hauptdirektorin, pries die Bildungseinrichtung als ein in Europa einzigartigen Erfolgsmodell. Nicht zuletzt seien die Kollegen und Mitarbeiter bei Audi Hungaria und der AUDI AG, die ihr Abitur hier erworben haben, eine schöne Bestätigung dafür.

Auch als ehemalige Absolventen des Gymnasiums wohnten Dr. Zoltán Maruzsa, stellvertretender Staatssekretär für Hochschulwesen und Dr. Elisabeth Knipf-Komlósi, Lehrstuhlleiterin des ELTE Germanistischen Institutes der Feier bei. Unter den Ehrengästen befanden sich weiterhin Dr. Zsuzsanna Gerner, Honorarkonsulin der Bundesrepublik Deutschland, Heinrich Heinrichsen, ZfA-Fachkoordinator und Helmut Seiler, Hauptdirektor der Audi Hungaria Schule in Győr. 

Für die musikalische Bereicherung des Programms sorgten der Chor Vocalitas Krölpa/Thüringen und der Chor des UBZ, die eine auf 17 Jahre zurückblickende Chorpartnerschaft miteinander verbindet.

Das Programm wurde nach den Eröffnungsreden im Zeichen des Gedenkens an die Verstorbenen der Schule fortgesetzt. Eine Schülerin und ein Schüler der allerersten Gymnasialklasse legten einen Kranz an der Marmortafel ?In memoriam professorum? nieder. Im Schulhof wurde aus Anlass des Jubiläums ein Gedenkbaum gepflanzt. 

Weiter ging es mit einem vielfältigen Programm, bei dem jetzige und ehemalige Schüler bzw. die deutschen Gäste ihr Können und Wollen gezeigt haben. Klassische Musik, lateinische und Standard-Tänze, Majoretten-Produktion und Pop-Rock-Musik, gespielt vom Internatsband ? ein breites Spektrum für jeden Geschmack. Neben den Musikprogrammen boten wir verschiedene Ausstellungen an: in der Galerie des Gymnasiums wurde Robert König, eines der wichtigsten ungarndeutschen Künstler gedacht. Im ersten Obergeschoss des Hauptgebäudes wurden drei Räume als Ausstellungsräume eingerichtet: im audiovisuellen Raum wurde unter anderen der neu gedrehte Film über das UBZ gezeigt, über die Geschichte der Schule konnte auch viel im Raum ?Geschichte im Spiegel der Ziet? erfahren werden, und die ?Deutsche Schule? hat sich mi einem vielfältigen Angebot präsentiert.

Da im UBZ die ungarndeutsche Tradition nicht nur gepflegt sondern auch gelebt wird, wurde der Abend mit einem Schwabenball abgerundet, den der Pädagogenchor und die Volkstanzgruppen der Schule eröffneten. Und parallel zum Festprogramm das Wiedersehen von Lehrern und Mitschülern, Erinnerungen an Jugendstreiche, an die erste Liebe, und Plaudern ohne Ende?

Als Erklärung dafür, warum so viele ehemaligen Schüler ? auch aus dem Ausland - zum UBZ-Treffen nach Baja gefahren sind, soll hier ein Geburtstagsgruß an die Schule stehen, von einer Alumna: "Ich bin so unglaublich stolz! Stolz, dass ich ein Teil dieser Schule sein durfte. Teil einer Schule, deren Lehrerinnen und Lehrer alles gaben, damit aus uns selbstständig denkende und empathische Menschen werden. Teil einer Schule, wo weder Herkunft noch sozialer Status zählte. Teil einer Schule, wo Freundschaften fürs Leben entstanden und wo sich heute noch jedes Gespräch so anfühlt, als hätten wir uns erst gestern gesehen, obwohl der regelmäßige Kontakt schon lange verloren gegangen ist. Seit meinem 15. Lebensjahr habt ihr mir ein zweites Zuhause gegeben, an das ich immer voller Liebe zurückdenke. [?] Herzlichen Glückwunsch zu dem 60. Geburtstag!? (Anita Vučenović, DaF-Studentin, Wien)
 
 

 Theresia Szauter

Leiterin der Einheitlichen Schule des UBZ

 





Copyright 2015 - MNÁMK